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Die JU-52

Prof.Hugo Junkers (03.02.1859 bis 03.02.1935) wurde als Sohn eines Webereibesitzers in Rheydt bei Mönchengladbach geboren. Er studierte Maschinenbau in Berlin, Karlsruhe und Aachen. Er gründete die „Versuchsanstalt für Gasmotoren“ in Dessau sowie die Junkers & Co, in der Gasbadeöfen, Heizgeräte und andere seiner Erfindungen produziert wurden.

1915 gründete er die JUNKERS Flugzeug- und Motorenwerke, Dessau. Hugo Junkers konstruierte das erste Ganzmetallflugzeug der Welt und setzte in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe. Junkers baute die ersten Ganzmetallflugzeuge, verwarf die Konstruktion der Mehrdeckerflugzeuge und errichtete in Dessau den ersten Windkanal. Er konstruierte die größten Flugzeuge seiner Zeit (die G 34 bei der die Passagiere auch in den Tragflächen saßen), gründete die ersten Fluglinien in vielen Staaten von Deutschland bis China und war Mitbegründer der Lufthansa. Er produzierte das wohl robusteste Flugzeug aller Zeiten, die JU-52.


Foto: Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.

Obwohl ständig in finanziellen Nöten (er verkaufte z.B. sein gewinnbringendes Unternehmen, für die Herstellung von Gasthermen, an die Fa. Robert Bosch), beteiligte Junkers sich nicht als Hersteller von Sturzkampfbombern. Er wurde von den Nationalsozialisten enteignet, erhielt ein Berufs- und Hausverbot und starb in seinem Exil bei München.

Die Junkers JU-52
(von 1932 bis 1945 und bis 1949 in Lizenz der spanischen CASA- Werke)

Junkers entwickelte viele bahnbrechende Flugzeuge und Flugzeugteile. Er war seiner Zeit weit voraus. Die wohl bekannteste Entwicklung ist die JU- 52, die Hugo Junkers zur Legende machte.

Zuerst in einer einmotorigen Version (Ju52/1m) wurde bald die dreimotorige JU-52 (Ju52/3m - Erstflug am 07.März 1932) hergestellt, die hauptsächlich mit BMW 9-Zylinder-Sternmotoren ausgerüstet wurden. Nur wenige Modelle besaßen Junkers Jumo-Reihendieselmotoren oder Aggregate des Herstellers Pratt & Whittney (siehe die JU-52 der Lufthansa). Interessanterweise konnte sowohl die militärische als auch die zivile Version ohne Umbau hergestellt werden. Dies stellte eine Innovation im Bau von Kriegsflugzeugen dar. Hierbei bestand die Grundauslegung aus einem statisch hochbeanspruchbaren Aufbau, einem geteilten Fahrgestell (ermöglichte einen durchgehenden Raum zur Aufhängung von Bomben), einer besonderen Unterteilung des Frachtraums sowie einer Ladeluke an der Rumpfoberseite, welche den nachträglichen Einbau eines MG-Standes ermöglichte.


Foto: Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.

Die gute alte Tante Ju wurde im Krieg aufgrund ihrer behäbigen aber dennoch gutmütigen Eigenschaften als Lazarettflugzeug und Transportflugzeug für Hilfsmittel eingesetzt. Es galt als nahezu unzerstörbar, da es durch die niedrige Landegeschwindigkeit auch auf den kleinsten Äckern landen und auch nach Beschuss schwer beschädigt weiterfliegen konnte.

Auch in der Nachkriegszeit wurde die letzten Exemplare auf kleineren Fluglinien in Afrika, Südamerika und Europa eingesetzt.

Zu den bekanntesten JU-52-Pilotinnen zählten Hanna Reitsch und Beate Uhse.

Von ehemals über 6.000 JU-52 Flugzeugen und CASA-325 Lizenzbauten befinden sich heute noch weltweit sieben Flugzeuge in einem flugfähigen Zustand. Die D-AQUI fliegt im Dienste der Lufthansa-Stiftung, je eine weitere Maschine befindet sich im Besitz eines amerikanischen und französischen Vereins (dürfen keine Passagiere Befördern) und vier Maschinen finden wir bei der JU-Air (gewerblich zugelassen).

Die Flugzeuge

Generell wird die JU-52 mit der Kennung HB-HOY für Rundflüge ab Mönchengladbach eingesetzt. Dieses Flugzeug stand bis Anfang der 1990er Jahre auf der alten Flughafenterrasse des Flughafen Düsseldorf, bevor es durch die tatkräftige Unterstützung des o.g. Vereins und der JU-Air zwischen 1991 und 1997 wieder aufgebaut wurde.


Foto: Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.

Die drei Flugzeuge der JU-Air mit den Kennungen HB-HOP, HB-HOS und HB-HOT wurden 1939 von Dessau nach Dübendorf überführt und überlebten so unbeschadet in der neutralen Schweiz den zweiten Weltkrieg und wurden vom Schweizer Militär nahezu unverändert bis in die 1980er eingesetzt.

Die JU- Air (seit 1982 bis heute)

1939 wurden drei JU-52 an das Schweizer Militär ausgeliefert, dort als Schulungsflugzeuge genutzt und überlebten den II. Weltkrieg. Die „Alte Tante JU“ hat einen besonderen Stellenwert in der Schweiz, da mit ihr viele humanitäre Hilfseinsätze geflogen wurden, bevor Hubschrauber diese Einsätze präziser durchführen konnten. Dies führte dazu, dass nach der Ausmusterung der drei Flugzeuge beim Militär in der Bevölkerung ein beträchtlicher Betrag gesammelt und ein Verein gegründet wurde, der die Oldtimer übernahm und erste Rundflüge organisierte.

Seit 20 Jahren betreut die JU-AIR jährlich Tausende von Fluggästen in der Schweiz und in Deutschland bei Rund- und Erlebnisflügen. Die Flugzeuge entsprechen den heutigen strengen und restriktiven Anforderungen und Auflagen für den Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen.

Die JU-AIR betreibt die drei eigenen Maschinen und die HB-HOY des Düsseldorfer Vereins der Freunde historischer Luftfahrzeuge, deren Rundflüge ab Mönchengladbach starten.


Vereinslogo des Vereins der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V. (Logo anklickbar)

Die JU-Air ist die beste Adresse, wenn es um den Betrieb und die Erhaltung der JU-52 Flugzeuge geht. Sie haben das Erbe Hugo Junkers’ angetreten.

Technische Daten:

Motor:

  • Drei 9- Zylinder BMW–Sternmotoren, BMW 132A/3
  • Leistung: Je 650 PS bei maximaler Tourenzahl von 2050 U/min. Im Reiseflug ca. 500 PS

Sitzplätze:

  • 15-17 + 3 Mann Besatzung

Abmessungen und Gewichte:

  • Spannweite: 29,25 m
  • Länge über alles: 18,90 m
  • Höhe über alles: 6,10 m
  • Flügelfläche: 110,50 m2
  • Leergewicht: 7000 kg
  • Max. Abflugmasse: 10500 kg
  • Max. Zuladung: 3500 kg

Geschwindigkeiten:

  • Höchstzul. Geschwindigkeit Vne: 290 km/h
  • Höchstzul. Reisegeschwindigkeit VnO: 290 km/h
  • Höchstzul. Geschwindigkeit bei ausgefahrenen Klappen & 10.500 kg VFE: 120 km/h
  • bei 7.500 Kg 105 km/h

Verschiedenes:

  • Bestes Steigen: 3,30 m/s
  • Startrollstrecke: ca. 750 m (je nach Gewicht)
  • Landerollstrecke: ca. 750 m (je nach Gewicht)
  • Tankinhalt: 2500 Liter
  • Verbrauch: ca. 380 Liter/h
  • Max. Flugdauer: ca. 6 Stunden

Sehen Sie sich die JU-52 in Aktion oder das Interview mit dem JU-52-Konstrukteur Ernst Zindel an.