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Die Initiative Kulturgut Mobilität e.V. ist eine unabhängige, nichtkommerzielle Interessensvertretung der Oldtimerszene. Sie setzt sich für den Erhalt des historischen mobilen Erbes und der Möglichkeit zur Teilnahme von Oldtimern am Straßenverkehr ohne staatliche Restriktionen ein.

... denn mobiles Kulturgut braucht eine Zukunft!

Sotheby's versteigert 430 Autos und 150 Motorräder

Den Begriff „Duemila Ruote“ (italienisch für 2000 Räder) wählte das Auktionshaus Sotheby's für seine Versteigerung am nächsten Wochenende (25. bis 27. November 2016) in Mailand. Dort sollen Autos, Motor- und Fahrräder, Boote, automobile Sammlerstücke und sogar drei historische Bobschlitten unter den Hammer kommen. Laut Sotheby's handelt es sich um die größte Auktion von Fahrzeugen, die je auf europäischen Boden stattgefunden hat. Interessant an der Veranstaltung am Rand der gleichzeitig stattfindenden Milano Auto Classica, einer Ausstellung für Oldtimer und Sportwagen: Für einige der Objekte reichen auch durchschnittlich dicke Brieftaschen.

Die Auktionatoren von Sotheby's werden am letzten November-Wochenende alle Hämmer voll zu tun haben. Immerhin wollen sie innerhalb von drei Tagen über 430 Autos, 150 Motorräder, 60 Rennboote und Hunderte von Fahrrädern unter die Leute bringen, darüber hinaus eine Vielzahl von automobilen Sammlerstücken wie Reklametafeln, historische Verkehrsschilder und Kinderspielzeug.

Für größtes Aufsehen dürften wohl drei der insgesamt 45 Ferrari erregen. An deren finanzieller Spitze steht ein Ferrari 275 GTB von 1966. Der Schätzwert des 221 kW / 300 PS starken und 260 km/h schnellen Sportwagens mit sechs Weber-Doppelvergasern und seiner Aluminiumkarosserie liegt zwischen 2,4 Millionen und 2,8 Millionen Euro. Sein Neupreis betrug in Deutschland vor 50 Jahren etwas mehr als 56 000 Mark.


Ferrari 275 GTB (1966).
Foto: Tim Scott/Sotheby's

Dicht dahinter liegt ein drei Jahre jüngerer Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta mit Scheinwerfer-Plexiglas-Abdeckung. Sein 4,4 Liter großer Motor bringt 259 kW / 352 PS auf die Straße und jeder seiner zwölf Zylinder hat einen Hubraum von 365 Kubikzentimetern. Davon leitet sich die Typenbezeichnung ab. Kostet der Wagen zu seiner Zeit um die 70 000 Mark, kalkuliert Sotheby's heute für ihn zwischen 650 000 und 800 000 Euro.


Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta.
Foto: Tim Scott/Sotheby's

Dritter im Bunde der Hochpreis-Ferrari schließlich ist ein F 40 von 1992, den die Auktionatoren zwischen 725 000 und 875 000 Euro taxieren (Neupreis 1992: 444 000 Mark). Durch den Einsatz von Rennsporttechnik wie etwa Karosserieteilen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff stand er damals auf dem neuesten Stand der Technik (Leistung: 352 kW / 478 PS, Höchstgeschwindigkeit: 344 km/h, 0–100 km/h: 4.1 Sek.). Wegen seines Durchschnittsverbrauchs von rund 20 Litern auf 100 Kilometer führte er einen Tank mit 120 Litern Inhalt mit sich.


Ferrari F 40 (1992).
Foto: Tim Scott/Sotheby's

Eine Auktion in Mailand erfordert eine ansehnliche Zahl einheimischer Produkte. Deshalb finden sich im Katalog auch 32 Alfa Romeo, 29 Lancia, 22 Maserati und vier Lamborghini wieder. In puncto Exklusivität entscheidet ein Maserati MC 12 aus dem Jahr 2004 das Rennen für sich. Sein Motor basiert auf dem des Ferrari Enzo, hat jedoch 20 kW / 27 PS weniger, also 465 kW 632 PS. Der Wagen, von dem lediglich 50 Exemplare produziert wurden, hat nur 6000 Kilometer auf dem Zähler. Sotheby's will mit ihm einen Preis zwischen 1,1 Millionen und 1,3 Millionen Euro erzielen. Erstaunlich groß ist der Beitrag deutscher und britischer Fahrzeuge zur Mailänder Versteigerung. So stellen sich 72 Porsche, 65 Jaguar und 17 Mercedes-Benz sowie von BMW zehn Autos und 22 Motorräder dem interessierten Publikum.

Star im Porsche-Angebot ist ein 18 Jahre alter 959 in der Komfort-Version. Er galt bei seiner Erstauslieferung im Jahre 1986 als schnellstes Serienfahrzeug der Welt mit einer Straßenzulassung. Mit seinen vielen damaligen technischen Neuerungen (zum Beispiel Registeraufladung und elektronisch gesteuerter, variabler Allradantrieb) galt er als Technologieträger. Der Sechs-Zylinder-Boxer-Motor hat 2,85 Liter Hubraum und leistet 331 kW / 450 PS. Mit Originalmotor und nur etwas mehr als 29 000 Kilometern Laufleistung soll er auf der Versteigerung zwischen 600 000 und 700 000 Euro bringen.

Mit einem Schätzpreis zwischen 55 000 und 65 000 Euro geht der Mercedes-Benz 280 SL aus dem Jahr 1968 fast als Sonderangebot durch. Die „Pagode“ war der erste SL, bei dem umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt wurden: eine steife Fahrgastzelle und Knautschzonen, leicht verformbare Bug- und Hecksegmente. Mit 125 kW / 170 PS beschleunigt der Sportwagen bis auf 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Interessenten sollten allerdings darauf achten, dass bei dem Wagen Karosserie und Antrieb zusammengehören. Experten warnen: Nicht zum Baumuster der Karosserie gehörende Antriebe entwerten ein Fahrzeug gleich um fünfstellige Euro-Beträge. Von einer Wertanlage kann dann keine Rede mehr sein.

Bei BMW ragt ein Motorrad mit unrühmlicher Vergangenheit aus dem Angebot heraus. Es handelt sich um ein R-75-Gespann mit angetriebenem Beiwagen und Rückwärtsgang, das von 1941 bis 1944 gebaut und auch als überschweres Wehrmachtsgespann bezeichnet wurde. Es wurde unter anderem in der Wüste Nordafrikas bei Rommels Afrika-Korps sowie im Krieg gegen die Sowjetunion eingesetzt. 1944 wurde der Bau nach etwa 18 000 Einheiten eingestellt, da die aufwändig konstruierten Gespanne in der Produktion zu teuer waren. Zwischen 11 000 und 13 000 Euro will Sotheby's für das Gespann haben, weshalb zu vermuten ist, dass es nicht komplett dem Original entspricht. Die Wehrmachtsgespanne sind wegen ihrer aufwändigen und robusten Technik als Sammlerobjekte sehr begehrt und im Topzustand um die 35 000 Euro teuer.


Wehrmachtsgespann BMW R 75 (1941–1944).
Foto: Tom Wood/Sotheby's

Unter den Fahrzeugen von Jaguar verdient ein E-Type S 1 3.8 FHC von 1962 besondere Beachtung. Der Reiz dieses Autos lag zu jener Zeit in seinen Fahrleistungen, in seiner Ausstrahlung und seinem günstigen Preis. Der 3,8-Liter-Reihensechszylinder leistet 197 kW / 269 PS und beschleunigt den Wagen in sieben Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h. Etwa 100 000 Euro soll er wert sein. Der Jaguar E-Type ist heute bekanntermaßen ein begehrter Oldtimer, wobei die Roadster der ersten Serien die höchsten Preise erzielen.


Jaguar E-Type (1962).
Foto: Tom Wood/Sotheby's

Augustin Sabatié-Garat, Autospezialist bei Sotheby's, ist von der Mailänder Riesen-Auktion begeistert, zumal eine ansehnliche Menge an Fahrzeugen unter den Hammer kommt, die auch für Fans interessant sein könnten, deren Kontostand keinen siebenstelligen Betrag aufweist: „Die schiere Größe des Angebots ist überwältigend. Wer einen Porsche 911 sucht, hat die Qual der Wahl zwischen 60 unterschiedlichen Exemplaren für die – wie übrigens für alle Objekte der Auktion – kein Mindestpreis gilt. Wer scharf auf einen Jaguar E ist, hat die freie Auswahl zwischen 21 Fahrzeugen."

Besonders wohlhabende Eltern mit ausreichend großem Grundstück und anspruchsvollen Sprösslingen könnten in Mailand noch ein passendes Weihnachtsgeschenk finden: einen Jaguar D-Type für Kinder. Das rechtsgelenkte Spielzeug mit Schaltung verfügt über einen echten Verbrennungsmotor erreicht ein ansehnliches, wenn auch ungefährliches Tempo und verlangt möglichst einen ausgedehnten Park als Fahrstrecke – nicht zuletzt wegen des Lärms, den es verbreitet. Kostenpunkt: Zwischen 10 000 und 15 000 Euro. (ampnet/hrr)

97-Jähriger hält sich mit Mustang fahren jung

Der Schwede Lennart Ribring steht kurz vor der Aufnahme in den „Club 100“ für über 100 Jahre alte Autofahrer. Aktuell ist er gerade 97 Jahre alt geworden und hat sich zu seinem Geburtstag etwas Besonderes gegönnt: einen neuen Ford Mustang GT mit Handschaltung. Das 310 kW / 421 PS starke und 250 km/h schnelle Coupé in Race-Rot, das aus dem Stand in nur 4,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen könnte, parkt bereits vor seinem Haus in Stockholm.

Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2017: Von den Anfangsjahren des Automobilbaus bis zu den Konzepten von morgen

Die weltweit exklusivste und traditionsreichste Veranstaltung für historische Automobile und Motorräder findet auch 2017 wieder am Comer See in Italien statt. Vom 26. bis 28. Mai 2017 präsentieren sich beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este die schönsten klassischen Fahrzeuge im norditalienischen Cernobbio. Unter dem Motto „Around the World in 80 Days – Voyage through an Era of Records“ wird der Bogen von den Anfangsjahren des Automobilbaus bis in die Gegenwart und sogar die Zukunft gespannt. Denn neben den Wertungsklassen für die Raritäten der Vergangenheit garantiert die Fahrzeugklasse der Concept Cars und Prototypen auch einen Blick in die automobile Zukunft.

Oldtimer-Messe „Retro Classics Cologne“ ab 2017 in Köln

Europas größte Oldtimer-Messe, die Retro Classics®, kommt im kommenden Jahr als Retro Classics Cologne nach Köln. Sie ist damit in Deutschland flächendeckend aktiv, weitere Standorte sind Stuttgart und Nürnberg, wo im Dezember 2016 erstmals die Retro Classics Bavaria an den Start geht.

Vor 60 Jahren: Zweiter US-Meistertitel für Paul O’Shea

Auf Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ holt der Rennfahrer Paul O’Shea in der Saison 1956 seinen zweiten Titel als Sportwagenmeister der USA: Zum Saisonfinale am 28. Dezember 1956 ist er Klassenmeister der Kategorie „D Production“ und hat insgesamt die meisten Punkte im National Sports Car Championship des Sports Car Club of America (SCCA) erzielt. Im Folgejahr wird er den Titel erneut verteidigen, diesmal auf dem Mercedes-Benz 300 SLS, der Rennversion des 300 SL Roadsters.

Liebeserklärung: VW CLASSIC widmet sich auf 46 Seiten dem VW Bulli

Die ganze Welt liebte und liebt den VW Bulli. Die ersten beiden Generationen des Kultwagens aus Niedersachsen gehören heute trotz Millionen-Auflage zu den hochpreisigen Oldtimern. Die neue Ausgabe der Zeitschrift VW CLASSIC liefert auf 46 übers Heft verteilten Seiten ein Bulli-Potpourri der besonders beliebten Generationen eins bis drei – vom perfekt erhaltenen US-Camper, über den traumhaften Foto-Bulli T2 bis zur T3-Doka im harten, landwirtschaftlichen Arbeitsalltag. Darüber hinaus hat die Redaktion aber auch wieder ein paar ganz besondere VW-Schmuckstücke ausfindig gemacht – wie etwa ein KDF-Wagen von 1941 (Typ 60L), der lange Zeit als verschollen galt und heute der älteste noch existierende Serienkäfer ist.

Der VW Käfer 2017

Kein Weg war ihm je zu weit oder zu steil, sein Boxermotor unter der Heckklappe schuftete fast immer ohne zu klagen. Daher wundert es wenig, dass er zur Marathonmaschine avancierte und sich einen glänzenden Ruf erarbeitete

Mit Museumsticket von Mercedes vergünstigter Eintritt ins Porsche-Museum

Als Automobilstadt bietet Stuttgart gleich zwei der spektakulärsten Automuseen. Das Mercedes-Benz Museum und das Porsche-Museum startet jetzt gemeinsam ein neues Angebot: Ab sofort und bis 30. Dezember 2016 gibt es unter Vorlage der jeweiligen Eintrittskarte des anderen Museums eine Ermäßigung von 25 Prozent auf den regulären Eintrittspreis von 8 Euro (dann 6 Euro) sowie auf den ermäßigten Preis von 4 Euro (dann 3 Euro). Die Aktion startet pünktlich zu den Sommerferien in Baden-Württemberg.

Müssen Kfz-Kennzeichen im Netz verpixelt werden?

Dabei handelt es sich um eine der Urfragen vieler autobegeisterter Menschen, wenn sie Bilder von fremden Fahrzeugen im Netz hochladen. Die verblüffende Antwort dazu lautet: Kfz-Schilder – grundsätzlich kein Problem! Auch wenn nun viele erstaunt sein mögen: die reine, unkommentierte Darstellung von Kennzeichen an Fahrzeugen ist unproblematisch.