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Das Ende der Glühbirne ...

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12 Jahre 10 Monate her #23241 von VOLVO aG
"Der Frühling ließ wieder die Säfte steigen, vor allem in die Köpfe der Verordnungsbürokratie. Gerade erst hat sich die Raucherhatz etwas beruhigt, da bangen Grillfreunde um ihre Holzkohle (Feinstaub), rechnen deutsche Kaminbesitzer den Rauchfilter-Zwangskauf durch und fühlen sich Sockenträger schon halb im Fadenkreuz des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Unter allgemeiner Zustimmung einer Bevölkerung, die sich angesichts schmelzender Gletscher und steigender Temperaturen einreden läßt, so könne man „das Klima retten“, wird schon die nächste Sau durch Dorf getrieben: Das anstehende Glühbirnenverbot ist ungefähr so sinnvoll wie der Versuch, das Meer zu salzen. Es entmündigt die Menschen und beraubt sie naheliegender und bewährter Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Umgebung.

Vernunft und Augenmaß bleiben auf der Strecke. Nicht nur, weil sich volljährige, wahlberechtigte Bürger nicht von einer Obrigkeit diktieren lassen müssen, was genau sie in eine Lampenfassung zu schrauben haben. Sondern auch, weil die propagierte Abhilfe viel Geld versenkt und dabei nicht wesentlich besser ist: Statt angeblicher 95% Energieverlust sind es zwar „nur“ 75%, aber dieser mäßige Vorteil wird durch teure Elektronik, entsprechende Ressourcenverschwendung, elektromagnetische Felder, lange Anlaufzeiten beim Einschalten und schnelle Abnutzung bei kurzen Schaltzyklen erkauft. Und das Problem wird nicht von der Wurzel her gelöst, denn während unschuldige Allgebrauchslampen inkriminiert werden, laufen die Wäschetrockner und Klimageräte munter weiter. Nach neueren Messungen hat die normale Glühbirne eine Lichtausbeute von 11,7%. Hätte das Stromnetz noch wie früher 220 V (statt der heutigen 230 V), so würden die Birnen fast doppelt so lange halten.

Dem Milchlicht der Energiesparleuchten wird zwar ein „fast unschlagbares Preis- Leistungs-Verhältnis“ bescheinigt, aber dennoch kommen bei jedem Defekt ungleich mehr Bauteile auf den Müll. Und wenn zu lesen ist, daß bei der Produktion soziale Mindeststandards eingehalten werden, dann deutet das wieder auf die Niedriglohnländer am Weltrand hin, auf riesige Transportstrecken und die dadurch freigesetzten CO²-Mengen. Was aber die paternalistischen Anstrengungen zur Abschaffung der Glühbirnen restlos als hell-kühles Marketing entlarvt, ist die Position der Branchenriesen. Die haben über Jahrzehnte jede Entwicklung hin zur länger haltbaren Birne kategorisch ausgebremst. Jetzt plötzlich wittern sie Zeitgeist und nehmen in der Achterbahn der Klimaretter die vorderen Plätze ein. Von dort aus verkünden sie, es sei Zeit, die 100 Jahre alte, bewährte Glühlampe ins Museum zu verbannen. Ein flotter Satz, der sich leicht dahinsagt. Für viele Betriebe, die diese Leuchtmittel fertigen, bedeutet er das Aus. Der allzu sichtbare Hintergedanke: Wenn nur noch Hitech-Leuchtmittel erlaubt sind, eliminiert das die gesamte mittelständische Konkurrenz – ganz wenige Großfirmen stecken hinterher den Gesamtmarkt ab.

Und wie beim Feinstaub, bei dem sich der Aktionismus am Pkw-Verkehr entladen hat, setzt man wieder am weichsten Punkt an, beim Endverbraucher und Einzelhaushalt. Abgesehen davon gibt es Anwendungen, für die Leuchtstofflampen ungeeignet sind: Durchgangsbeleuchtung oder die Beleuchtung in Treppenhäusern, die nach wenigen Minuten automatisch abgeschaltet wird. Hier halten die Energiesparlampen längst nicht so lange wie im Dauerbetrieb, außerdem brauchen sie in der Startphase sehr viel Energie, ohne daß es sofort richtig hell würde. Hinsichtlich des Elektrosmogs rät das Schweizer Bundesamt für Energie zum Kauf einer Leuchte mit geerdetem Metallgehäuse und schreibt in einem Merkblatt: „Weiter hilft das konsequente Ausschalten.“ Zu dem raten auch wir, zumal es dann der dräuenden Umstellungshysterie gar nicht bedarf. Die Beleuchtung hat einen Anteil von nur etwa 10% am häuslichen Stromverbrauch – die wahren Sünder sitzen anderswo. Beispielsweise in Raumkühlungsgeräten, Wäschetrocknern, alten Kühlschränken oder sinnlos überzüchteten Computern, denen die Prozessorhitze durch ebenfalls stromschleudernde Luftquirle ausgetrieben werden muß, damit sie nicht vom selbstverursachten Hitzekollaps dahingerafft werden. Schalten Sie das Licht aus, wo es nicht gebraucht wird. Und bevor Sie von der Birnenpolizei zum Öffnen Ihrer Einkaufstasche aufgefordert werden, können Sie ja noch einen kleinen Vorrat anlegen."

Diese Zeilen sind es.

Viele Grüße
Michael

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12 Jahre 10 Monate her #23242 von VOLVO aG
Aber Drucker ohne Schalter sind in Ordnung! Ich sage nur standby.

Viele Grüße
Michael

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12 Jahre 10 Monate her #23244 von VOLVO aG

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12 Jahre 10 Monate her #23245 von moritz
Energiesparlampen lassen sich mit Sicherheit auch zweiteilig bauen, wenn wir wollen. Die nächstbesten Leds für übrige Anwendungen dazu, und niemand braucht mehr Glühbirnen.

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12 Jahre 10 Monate her #23247 von ericstrip
Dem Manufactum-Text ist nichts hinzuzufügen.

@moritz: Irgendwelche LEDs sind nicht dasselbe. Ein MP3-File ist auch nicht dasselbe wie eine Vinylplatte, eine Digitalknipse ist nicht dasselbe wie eine alte Balgenkamera. Ich mag den Klang meines über 50jährigen Nordmende-Röhrenradios sehr gerne, auch wenn es sicherlich entsetzlich viel Strom verbraucht. Werden mir dort bald per Gesetz die Röhren rausgeschraubt? Ich warte auch schon auf das Verbot der analogen Fotografie, wegen der schlimmen Chemie und so... :angry: Wie ist eigentlich die Umweltbilanz von Kerzen?

Alles zu seiner Zeit und wie es paßt, ich betreibe hier bestimmt kein Museum (es gibt hier sogar einige Energiesparlampen, als Rechner laufen hier nur sparsame Notebooks, ja, ich habe sogar auch eine Digitalkamera und Musik auf der Festplatte) - aber die WAHL, wann ich was wie haben will, wie ich mein Leben in Teilen ästhetisch gestalte, sollte schon noch immer bei MIR liegen.

Gruß,
Nils

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12 Jahre 10 Monate her #23248 von moritz
Ja, Deine Suppe ißt Du nicht. Weil: Das gehört sich nicht. Wohl bekomm's :)

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12 Jahre 10 Monate her #23249 von ericstrip
Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!


Gell? :P

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12 Jahre 10 Monate her #23250 von moritz
Die Kästnersche Regel. Hoffentlich wird da unten der Kakao nicht gekürzt – das klingt mal wieder nach Hungerwinter.

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12 Jahre 10 Monate her - 12 Jahre 10 Monate her #23251 von oldsbastel
VOLVO aG schrieb:

....... elektromagnetische Felder,

....Der allzu sichtbare Hintergedanke: Wenn nur noch Hitech-Leuchtmittel erlaubt sind, eliminiert das die gesamte mittelständische Konkurrenz – ganz wenige Großfirmen stecken hinterher den Gesamtmarkt ab.

... Hinsichtlich des Elektrosmogs



Ich hoffe nur, du bist dir darüber im Klaren, was du da für einen Unfug von dir gibst.


1. Es gibt keinen Elektrosmog!!!!! Dieser Begriff ist eine Erfindung der Unwissenden! Erzähle mal einem Physiker etwas über Elektrosmog. Der haut sich vor Lachen auf die Schenkel! :woohoo:
Im Übrigen gibt es bis heute keine seriöse Langzeitstudie, die einen Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Pickeln oder was was ich belegt. Warum das so ist, sollte man aber vielleicht nicht versuchen, Unwissenden zu erklären. Dieser Versuch ist automatisch zum Scheitern verurteilt, da in ihren Augen ja alle wissenschaftlichen Untersuchungen getürkt sind.
Außerdem sind auch Wärme und Licht einer 08/15-Glühbirne nichts weiter als elektromagnetische Strahlung!


2. Gerade KMUs sind die innovativen Betriebe in der EU!
Letzte Änderung: 12 Jahre 10 Monate her von oldsbastel.

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12 Jahre 10 Monate her #23252 von spitzerer
Das ändert alles nichts an der Tatsache,

daß mit Deutschland auch die "deutsche Krankheit" sich in die EU und damit in ganz Europa verbreitet hat, wie das mit üblen, ansteckenden Viren halt so ist.


Und nun muss halt mit aller Gewalt in der EU jeder Furz, der auf der Gardinenstange daherrollt, bis ins feinste Detail reglementiert werden.


Der Riesen-Haufen, der wirklich dringlichst einer Vereinheitlichung bedürfte, der wird natürlich geflissentlich übersehen ...


Hoffentlich wachen die anderen EU-Länder irgendwann mal aus der Letharrgie auf .

Gruss
Wolfgang

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