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Das Ende der Glühbirne ...

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11 Jahre 11 Monate her #23075 von Ralf
Das Ende der Glühbirne ... wurde erstellt von Ralf
Ach ja, wenn's nicht so traurig wäre ...

Der Ausschuß für Ökodesign der EU-Komission (ja, wirklich, sowas gibt's) hat den Ausstieg aus der Glühlampe beschlossen:

- ab 1.9.2009 Verkaufsstop für alle matten Glühbirnen und klare Glühbirnen ab 100 Watt
- ab 1.9.2010 Verkaufsstop für alle klaren Glühbirnen ab 75 Watt
- ab 1.9.2011 Verkaufsstop für alle klaren Glühbirnen ab 60 Watt
- ab 1.9.2012 Verkaufsstop für alle klaren Glühbirnen ab 25 Watt
- ab 1.9.2016 Verkaufsstop für Halogenlampen, die schlechter als Energieeffizienzklasse "B" sind (was bauartbedingt auf die allermeisten Halogenleuchtmittel zutrifft)

Zufällig (?) wurden im aktuellen Heft von Öko-Test Energiesparlampen getestet. Ergebnis: Unter realistischen Einsatzbedingungen (geprüft wurde mit einer handelsüblichen Schreibtischlampe) ist eine Energiesparlampe nicht wie von den Herstellern angegeben 6- bis 8-mal so hell wie eine Glühbirne gleicher Wattzahl, sondern "nur" drei- bis viermal so hell. Rechnet man mit ein, daß Produktion und Entsorgung einer Energiesparlampe 4-mal soviel Energie verbrauchen (vom Thema Schwermetalle reden wir lieber erst gar nicht) und die Entsorgungsinfrastruktur in Deutschland problematisch ist (90% der quecksilbehaltigen Energiesparlampen gehen verbotenerweise in den Hausmüll, 10% werden meist per Auto, also energieaufwendigst, zum Wertstoffhof gebracht, kommt Öko-Test sogar (wenn man vorschriftsmäßig die aufgebrauchte Lampe zum Wertstoffhof chauffiert) auf eine tendenziell negative Umweltbilanz ...

Wenn das mal alles gut durchdacht ist...

Grüße
Ralf (der zu Hause nur noch Energiesparlampen im Einsatz hat)

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11 Jahre 11 Monate her #23077 von Willi
Hallo,

na ja, aber Energiesparlampe und regelbare Schreibtischlampe passt nicht so. Das kann ganz schön flackern ( 50hz vom Strom ? ) . Also muß man teilweise auch neue Lampenschirme kaufen

Und unser alter Kronleuchter ( < 1900 , orginal mit Kerzen betrieben ) der auf Strom - Kerzen umgebaut ist ,wirkt mit den Stromsparlampen auch nicht gerade ansprechend. Also geht´s am Wochenende zum Glühbirnenkauf.

Gruß Willi

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11 Jahre 11 Monate her - 11 Jahre 11 Monate her #23079 von Ralf
Kein Problem, es gibt inzwischen auch dimmbare Energiesparlampen.
Als Grundbeleuchtung sind die Dinger auch super geeignet, keine Frage. Düster (im wahrsten Sinne des Wortes) sieht es aber z.B. bei Treppenhausbeleuchtungen aus. Energiesparlampen brauchen mehrere Minuten, bis sie die nominale Helligkeit erreicht haben. Aber nach 90 - 120 Sekunden geht das Licht von selbst wieder aus ...
Da ist guter Rat teuer, wenn Glühbirnen verboten werden...

Aber vielleicht fällt jemandem ja auch ein Weg zur Umgehung des Verbots ein. Man könnte Glühbirnen ja auch als elektrische Heizgeräte verkaufen - 97% der Energie werden eh' als Wärme abgestrahlt...
Letzte Änderung: 11 Jahre 11 Monate her von Ralf.

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11 Jahre 11 Monate her #23080 von alex0469
Ich bin ja ein Fan der LED Leuchten langsamm kommen die auch preislich in der interesanten Bereich.

Gruß Alex

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11 Jahre 11 Monate her #23081 von Rene E
Ich würde in meinem alten Autos z.B. gerne von Glühfadenlampen auf passende LED-Sätze umrüsten, um besser gesehen zu werden. Ist nur leider verboten. Wird das dann geändert?
Niedervoltgeräte mit dem Schalter hinter dem Trafo gehören dann erst recht verboten.
Die meisten Energiesparlampen sind Müll: kürzere Lebensdauer als versprochen
Mehr Energieverbrauch als versprochen.
Hohe Umweltbelastung bei Entsorgung.
Schlechtes Licht (Wellenspektrum)
Schlechte Raumausleuchtung
Z.T unpassend für alle Fassungen.
Ich habe fast nur alte Leuchten z.T. Bauhaus bzw. Kaiser/Idell
Diese Leuchten wurden optimiert für klassische Glühbirnen. Die Energiesparlampen passen teilweise mechanisch gar nicht in die Leuchten, oder haben einen anderen Focus.
Eine Glühfadenbirne strahlt auch nach hinten. Die entsprechenden Energiesparlampen haben da ihren Sockel. Würde die Elektronik aber kleiner und die Ausleuchtung angepasst, wäre das auch in Ordnung.
Energiesparlampen haben nichts verloren bei Anwenungen wo oft an- und ausgeschaltet wird. im Klo ohne Tageslicht z.B. da sind sie energetisch sogar kontraproduktiv.

Ich unterstütze moderne Technik die Energie spart, das ist ja auch sinnvoll.
Aber ich fürchte auch bei solchen Regelungen inzwischen immer mehr die Kontrolle des Staates.
Steht dann irgendwann der Energieblockwart bei mir vor der Tür und beschlagnahmt meine Kaiser/Idell Schreibtischlampe und brummt mir eine Strafe auf, weil da noch eine Glühfadenlampe drin ist???

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11 Jahre 11 Monate her - 11 Jahre 11 Monate her #23131 von Ralf
Das ist genau das Problem, das ich sehe: Es gibt viele Beleuchtungskörper, die zur Aufnahme von Energiesparlampen ungeeignet sind, weil sie entweder die Bauform oder die Abstrahlcharakteristik einer Glühbirne voraussetzen. Daher hat das Testverfahren von Ökotest bei der Lampenindustrie sofort Proteste hervorgerufen: Ökotest hat zur Helligkeitsmessung nicht das DIN-Verfahren benutzt, sondern die Helligkeit, die eine handelsübliche Schreibtischlampe liefert. Weil das genau das ist, was der Verbraucher auch tut.

Für jemanden, der Bauhaus für eine Baumarktkette hält, sicherlich kein Problem - dann kauft man halt irgendeine andere entsetzliche lichtspendende Banalität für 4,99 und das Problem ist gegessen. Für denjenigen, für den Licht mehr als die Abwesenheit von Dunkelheit ist und ein Beleuchtungskörper nicht nur ein (gerne auch hässliches) Mittel zum Zweck, ein Graus.

Was ich an der ganzen Aktion überhaupt nicht verstehe: Wo der Einsatz von Energiesparlampen technisch Sinn macht, sind sie bereits jetzt die erheblich kostengünstigere Alternative. Ich habe in den letzten Jahren zu Hause überall umgestellt, wo es möglich und sinnvoll war (d.h., wo Lampen längere Einschaltzeiten haben, oft benutzt werden und die Beleuchtungskörper Leuchtstofflampen-geeignet bzw. minderschön und problemlos austauschbar waren). Das spart Geld und führt nicht zwangsläufig zu schlechterem Licht. Warum will man die Leute dazu zwingen, Energiesparlampen auch dort einzusetzen, wo sie technisch keinen Sinn machen? Warum will man die Leute dazu zwingen, Energiesparlampen auch dort einzusetzen, wo dies den Ersatz von Beleuchtungskörpern bedeutet? Im günstigsten Fall ist die Produktion eines neuen Beleuchtungskörpers und die Entsorgung eines alten Energieverschwendung und Umweltbelastung, um ungünstigsten Fall ein Verlust an Wohnkultur und Lebensqualität. Nach einer englischen Studie führen Energiesparlampen übrigens dazu, daß der Durchschnittsnutzer die Heizung ca. 2°C wärmer stellt, um den subjektiven Gemütlichkeitsverlust zu kompensieren. Was im Endeffekt den Energieverbrauch erheblich steigert, statt ihn zu senken.
Grüße
Ralf

P.S.: Kfz-Glühbirnen sind von dieser Regelung natürlich nicht betroffen. Genausowenig netzbetriebene Glühbirnen unter 25 Watt wie z.B. Backofen- und Kühlschrankinnenbeleuchtung.
Letzte Änderung: 11 Jahre 11 Monate her von Ralf.

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11 Jahre 11 Monate her - 11 Jahre 11 Monate her #23132 von goggo
alex0469 schrieb:

Ich bin ja ein Fan der LED Leuchten langsamm kommen die auch preislich in der interesanten Bereich.

Gruß Alex


Ich denke auch das LED Technik bis zum Verbot der Glühdirne die Energiesparlampen (meist grottenalte Technik) ersetzt haben... auch im KFZ Bereich zum nachrüsten und im Backofen..... Wetten?
Letzte Änderung: 11 Jahre 11 Monate her von goggo.

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11 Jahre 11 Monate her #23138 von ericstrip
Und wieder ein Aktionismus, den keiner braucht.

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11 Jahre 11 Monate her #23141 von Mario
Wir vertreiben außer unseren üblichen Haustechnik-Artikeln mittlerweile auch Energiesparlampen. Ein Philips-Vertreter hat mir die komplette Produktpalette vorgestellt. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was es mittlerweile alles in energiesparender Ausführung zu kaufen gibt. Ich bin sicher, bis in wenigen Jahren kräht kein Hahn mehr nach der Glühfadenlampe, weil sie vollständig ersetzt werden konnte. Das fängt bei der Formgebung an und hört bei der Lichtausbeute und -anmutung (falls man dieses Wort hierfür gebrauchen darf) auf.

Das einzige Problem ist in der Tat (noch!) die Einschaltdauer. Mir wurde erklärt, daß so eine Lampe mindestens drei Minuten brennen sollte.

Ich bin selbst jemand, der seine laufenden Energiekosten gerne niedrig hält. Daher habe auch ich meinen Haushalt weitgehend auf Energiesparlampen umgerüstet, wo es sinnvoll erschien. Ja, das gute Wort "sinnvoll" gibt es noch. Es wird nur mehr und mehr vom unsäglichen, grottenfalschen "Sinn machen" ersetzt.

Wo ich leider die rote Karte gezeigt bekommen habe, war beim Einsatz programmierbarer Thermostatköpfe. Leider laufen die Heizkörper nun auch während niemand zuhause ist. Das ist immer morgens der Fall. Aber Frau und Kinder wollen es ja gleich warm haben, wenn man nach Hause kommt.

Viele Grüße
Mario

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11 Jahre 11 Monate her - 11 Jahre 11 Monate her #23143 von Ralf
Mario schrieb:

Wir vertreiben außer unseren üblichen Haustechnik-Artikeln mittlerweile auch Energiesparlampen. Ein Philips-Vertreter hat mir die komplette Produktpalette vorgestellt. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was es mittlerweile alles in energiesparender Ausführung zu kaufen gibt. Ich bin sicher, bis in wenigen Jahren kräht kein Hahn mehr nach der Glühfadenlampe, weil sie vollständig ersetzt werden konnte. Das fängt bei der Formgebung an und hört bei der Lichtausbeute und -anmutung (falls man dieses Wort hierfür gebrauchen darf) auf.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Denn im Gegensatz zur Glühlampe, die ein kontinuierliches Spektrum abstrahlt, verbreiten Energiesparlampen und LED-Lampen diskrete Spektrallinien, zwischen denen mehr oder minder grosse Lücken klaffen. Nachdem ich mehrfach vergeblich versuchte, vor dem Kleiderschrank stehend den Unterschied zwischen einer dunkelblauen und einer schwarzen Hose zu erkennen und Energiesparlampen dreier Hersteller keinen Unterschied zeigten, hat sich für diesen Zweck Glühlampenlicht als ausgesprochen sinnvoll und zweckmäßig erwiesen. Dieses Problem der Farbwahrnehmung lässt sich aber systembedingt bei keiner "Ersatzbeleuchtung" beheben. Mutter Natur hat unsere Augen auf einen Schwarzkörperstrahler (Sonne) optimiert und nur mit einem Schwarzkörperstrahler (Glühbirne) lässt sich ein halbwegs natürliches Farbsehen ermöglichen. Quecksiberdampflampen und Leuchtdioden können allenfalls eine für 90% der Anwendungsfälle ausreichende Illusion von Glühlampenlicht herstellen. Wieso man einem altmodisch mit Papier und Farbkarten arbeitenden Grafiker oder Designer beim kreativen Schaffen, einem Schneider bei der Auswahl der Mantelknöpfe oder mir auf der Suche nach der zu Hemd und Hose passendsten Krawatte per Gesetz die Verwendung von antiquierter, aber dennoch sinnvoller Beleuchtungstechnik verbieten will, verstehe ich nicht.

Mario schrieb:

Das einzige Problem ist in der Tat (noch!) die Einschaltdauer. Mir wurde erklärt, daß so eine Lampe mindestens drei Minuten brennen sollte.


Das Dumme ist: Es gibt Lampen, die schnell die maximale Leuchtstärke erreichen (die meisten Noname-Produkte aus China, die halten dann aber selten länger als 4000 bis 5000 Stunden) und solche, die mindestens 5 Minuten bis zum Erreichen ihrer Soll-Helligkeit benötigen (z.B. Megaman). Die können dann allerdings 8000 Stunden und länger halten. Philips liegt irgendwo in der Mitte. Eigentlich sollte nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Lebensdauer und die Dauer der Startphase deutlich auf der Lampenpackung angegeben werden. Denn eine Lampe mit 5 Minuten Startphase dürfte z.B. für Speisekammer und Toilette gänzlich ungeeignet sein.

Ein weiteres Problem, das vermutlich nicht binnen der nächsten 9 Monate zu lösen ist (jedenfalls steht die Lösung seit über 20 Jahren aus): Die Startphase aller Energiesparlampen verlängert sich bei niedrigen Temperaturen extrem. Die Kombination mit einem Bewegungsmelder im Außenbereich ist z.B. sinnlos. Eine Lampe habe ich deshalb bereits durch LED-Technik ersetzt. Ergebnis: Die Leistungsaufnahme war für den Bewegungsmelder zu gering - jetzt leuchten die Dioden, über eine Zeitschaltuhr gesteuert, die ganze Nacht.

In 2 2/3 Jahren werden alle als Grundbeleuchtung üblichen Glühbirnen (d.h. alle matten Birnen und alle klaren über 40 Watt) verboten. Kaum vorstellbar, daß es bis dahin einen derartigen technischen Fortschritt geben wird, daß die gute alte Glühlampe überall vollwertig ersetzbar ist. Die erste Energiesparlampe habe ich mir 1984 gekauft. Seither hat sich viel an der Größe getan (die Lampe von damals sah aus wie ein geriffeltes Marmeladenglas mit E27-Fassung), die anderen Probleme wie Spektrallücken, Startdauer, Kälteempfindlichkeit haben sich seither nicht erkennbar lösen lassen.

Grüße
Ralf
Letzte Änderung: 11 Jahre 11 Monate her von Ralf.

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