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Oldtimer als Geldanlage

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15 Jahre 7 Monate her #21230 von Mario
Es ist doch immer wieder dieselbe Frage: Worüber definiert sich der Oldtimerenthusiast?

Die Antworten auf diese Frage sind so subjektiv wie vielschichtig und erinnert ein wenig an die ähnliche Frage, was denn ein richtiger Oldtimer sei.

Wer sich mit Hingabe und Leidenschaft seinem Fahrzeug widmet, ist für mich ein Enthusiast. Ungeachtet der Motivation. Ob es denn nun Kindheitserinnerungen oder die Liebe zur alten Technik ist, mit der man sich gerne auseinandersetzt.

Viele Grüße
Mario

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15 Jahre 7 Monate her #21232 von Ralf
Dennoch stehen wir erstmals vor einem nicht wegzudiskutierenden Problem:
Statistisch nachweisbar interessieren sich die allermeisten Leute, die sich für alte Autos interessieren, für Fahrzeuge, die +/- 10 Jahre so alt sind wie sie selbst. Früher war das kein Problem, denn auch die ältesten Fahrzeuge fielen in dieses "Beuteschema". Hat sich 1970 ein "statistisch normaler" 50-jähriger für einen Oldtimer interessiert, war das ein Wagen irgendwo zwischen Beginn der Motorisierung und 1930, vielleicht auch noch, in Erinnerung ans erste eigene Auto, bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Interessiert sich heute ein "statistisch normaler" 50-jähriger für einen Oldtimer, ist das ein Wagen irgendwo aus der Zeit zwischen Ende des zweiten Weltkriegs und 1970.
Das heisst aber leider auch, daß wir über kurz oder lang mit zwei Fahrzeuggenerationen zu tun haben (d.h. FIVA Class A/B und FIVA Class C/D), die auf eine neue Eigentümergeneration warten. Die Oldtimer-Kaufkraft ist überwiegend bei den 40- bis 50-jährigen konzentriert. Dieser Altersgruppe sind Vorkriegsautos im statistischen Durchschnitt eher schwer nahezubringen (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). So sehe ich die (Milchmädchenrechnung-) Fiktion von der "Geldanlage Oldtimer" als den geschickten Versuch, Leute, die normalerweise nichts mit altem Blech am Hut haben, dazu zu bekommen, schönen alten Autos das gepflegte Zuhause zu geben, das sie auch verdient haben. Und wer weiss: Vielleicht wird daraus ja doch noch die große Liebe - nur halt auf den zweiten Blick.
Grüße
Ralf

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15 Jahre 7 Monate her #21234 von stang66
Ralf schrieb:

Dennoch stehen wir erstmals vor einem nicht wegzudiskutierenden Problem:
Statistisch nachweisbar interessieren sich die allermeisten Leute, die sich für alte Autos interessieren, für Fahrzeuge, die +/- 10 Jahre so alt sind wie sie selbst. Früher war das kein Problem, denn auch die ältesten Fahrzeuge fielen in dieses "Beuteschema". Hat sich 1970 ein "statistisch normaler" 50-jähriger für einen Oldtimer interessiert, war das ein Wagen irgendwo zwischen Beginn der Motorisierung und 1930, vielleicht auch noch, in Erinnerung ans erste eigene Auto, bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Interessiert sich heute ein "statistisch normaler" 50-jähriger für einen Oldtimer, ist das ein Wagen irgendwo aus der Zeit zwischen Ende des zweiten Weltkriegs und 1970.
Das heisst aber leider auch, daß wir über kurz oder lang mit zwei Fahrzeuggenerationen zu tun haben (d.h. FIVA Class A/B und FIVA Class C/D), die auf eine neue Eigentümergeneration warten.


Ralf, das mag ja alles so sein, aber wo ist da das Problem?
Nach der +/-10-Theorie wäre das so:
Der heute 25Jährige interessiert sich für Youngtimer von 1973-1993
Der heute 35Jährige interessiert sich für Old- / Youngtimer von 1963-1983
Der heute 45Jährige interessiert sich für Oldtimer von 1953-1973
Der heute 55+ Jährige interessiert sich für Oldtimer von Vorkrieg bis ca. 1960

Wenn irgendwann die älteste Generation wegfällt, rücken andere nach. Ich denke, der Markt reguliert sich da selbst. Glaube nicht, dass ganz alte Autos jetzt plötzlich an Wert verlieren, nur weil es niemand mehr gibt, der sie noch "live" kennt. Ich glaube, derzeit liegt es eher auch am Geldbeutel, denn je älter, desto (meistens) teurer sind doch die Teile. Es gibt genug jüngere Fans, die mit VK umherfahren, da sie es sich leisten können. Sollten die Preise irgendwann fallen, wird die Nachfrage größer.

Meine Langfrist-Prognose:
Über kurz oder lang wird die Menge der fahrbereiten Oldtimer konstant bleiben. Ein paar alte fallen weg (Schwund gibts immer: Unfälle, schlechte Restos, "Schlachtungen"), ein paar neue kommen dazu. Allzuviele der Plastik- und Elektronikgeneration werden es nicht werden, wegen der begrenzten Lebensdauer ebendieser Komponenten. In 30 Jahren wird es weniger E46BMWs (nur als Beispiel) geben als Porsche 356.
Die begrenzte Anzahl an Fans verteilt sich dann schon irgendwie auf die ebenfalls begrenzte Anzahl an Old-/Young-/New-/Future- und wieauchimmer-timern.

Na und?



P.S.: ich (Bj. 74) würde auch gerne mal wieder in einem Audi 100 der frühen 80er oder einem Renault R4 mitfahren. So wie früher als Kind.
Bin ich jetzt noch ein Oldtimerenthusiast?

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15 Jahre 7 Monate her - 15 Jahre 7 Monate her #21236 von moparcrazy
Hallo,

die schon geäusserte Formel passt auf die Mehrheit der Oldtimer-fans. Ich selbst bin Jahrgang 71 und fahre US-amerikanische Autos zwischen BJ 66-71. Dies ist auch bei den meisten Leuten meines Bekanntenkreises so.

Ein Teil fährt auch US-Cars aus den 50s, teilweise auch oldstyle Rods (nicht zu verwechseln mit quietschbunten Plastikrods wie sie häufig gefahren werden), aber mit einem Ford A im Originalzustand kann dort keiner etwas anfangen.

In den USA wude das Thema auch schon umfangreich diskutiert, vor allem "Brot- und Butter"-Oldtimer der 30er Jahre sind immer schwerer zu verkaufen, da es kaum "Nachwuchs" für diese Fahrzeuge gibt.

Gruß

Carsten
Letzte Änderung: 15 Jahre 7 Monate her von moparcrazy.

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15 Jahre 7 Monate her #21237 von Herr W. aus M.
Ralf schrieb:

Dennoch stehen wir erstmals vor einem nicht wegzudiskutierenden Problem:

Grüße
Ralf


Ich kann kein Problem erkennen.

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15 Jahre 7 Monate her #21239 von Ralf
stang66 schrieb:

Wenn irgendwann die älteste Generation wegfällt, rücken andere nach. Ich denke, der Markt reguliert sich da selbst.

Eben. Und das Herbeireden des Oldtimers als Wertanlage ist genau dieser Markt-Regulierungs-Prozess. So lässt sich die Zahl derer, die sich für bestimmte Marktsegmente interessieren, wieder anheben...

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15 Jahre 4 Monate her #22092 von Michael P.
Generationswechsel finden immer statt. Die Formel "Geburtsjahr +-10" finde ich auch gut getroffen. Das ist tatsächlich der Zeitraum mit dem größten Zuwachs.
Auch geben viele, sehr viele, Erben heute schnellstmöglich den Oldi in Zahlung. Hat verschiedene Gründe: Beerdigungskosten und Erbschaften aufteilen müssen. Keine Interesse, und lieber das Geld innerhalb von zwei Wochen auf Malle verbraten. Dann sind sie wieder zu Hause und haben viele bunte Bilder auf dem Rechner.

Woran liegt es? An den Quartett-Spielkarten, ja. An der Prägung durch unsere Kindheit, denn jeder holt sich seine Jugend gerne zurück. An der Mentalität der heutigen Menschen lieber ganz schnell viel beim Nachbarn vorweisen zu können wie z.B. einen tollen Urlaub. Am fehlen einer Sterbegeldversicherung und des Testamentes, welches die Kinder vor Streitigkeiten bewahrt. Und an uns Vätern. Wir werden während der Restauration nur zum Essen gesichtet, wohnen schon fast in der Garage. Haben keine Zeit zum Fußball spielen gehen oder anderem. "Dieses böse Oldtimerding hat meinen Papa mir weggenommen. Er hatte keine Zeit für mich!"

Lösung: Testament und Versicherung. Kinder in die Schrauberei mit einbeziehen, oft auch mal Pausen einlegen (das wird am schwersten!).Viel mit dem Oldtimer die Familie zum Strand fahren, zur Schule (ist cool) und auch mal den Führerscheinneuling für eine Spritztour mit seiner neuen Flamme leihen (fällt schwer). Aber so bauen die Jungs eine Bindung auf, die bis weit nach dem Tode hält.

In etwa 20 Jahren kommen die Elektronikautos. Da bin ich gespannt, wie sich die Szene damit arrangiert. Ich selber sehe eine Entwicklung dahin gehend, dass ein Neuling sich einen Youngtimer kauft, nach einigen Jahren dann etwas älteres, um viel später dann was altes zu besitzen.

Preisentwicklungen sind auch toll. Wenn ein Mercedes 540 K Erdmann&Rossi Spezialroadster dieses Jahr für 4 Millionen weggeht, und nächstes Jahr 4,2 Millionen kostet ist der Sprung nicht so groß wie bei einem Kadett E von 1.900 Euro auf 3.900 Euro. So betrachtet es ein Schreiberling ohne Oldtimerbazillus, der eine Schlagzeile setzen möchte.

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