Logo

Umweltbundesamt: UWZ ist unwirksam...

Mehr
12 Jahre 4 Wochen her - 12 Jahre 4 Wochen her #33728 von goggo

Städte in Deutschland sind zu hoch mit Feinstaub belastet

Berlin: Die Feinstaub-Werte in Deutschland sind im vergangenen Jahr zu hoch gewesen - trotz mehr als 50 Umweltzonen. Nach einer ersten Auswertung des Umweltbundesamtes wurden die zulässigen Grenzwerte vor allem in den Ballungsräumen häufig überschritten. Beim Feinstaub lagen 42 Prozent der verkehrsnahen Messstationen über dem zulässigen Wert. Beim Stickstoffdioxid waren es 57 Prozent. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Flasbarth, sagte, in den Ballungsräumen müsse mehr getan werden. So produzierten nicht nur Autos Feinstaub und Stickstoff-Dioxid, sondern auch Industrie und Haushalte.

Letzte Änderung: 12 Jahre 4 Wochen her von goggo.

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 4 Wochen her #33731 von goggo
kpkrause.de/?p=1674#more-1674

Fort mit den Feinstaubplaketten

Feb | Thema: Bürokratie, Feinstaub, Überwachungsstaat |

Sie können nicht erreichen, was als ihr Zweck hingestellt wird

Was ist eigentlich mit dem Feinstaub? Es ist jetzt drei Jahre her, seit die ersten deutschen Großstädte mit Jahresbeginn 2008 bestimmte städtische Bereiche zu „Umweltzonen“ erklärten und dort Fahrverbote für Autos erließen, falls diese mit dem Feinstaubanteil in ihrem Abgas bestimmte Grenzwerte überschritten. Immer mehr andere Städte sind dem gefolgt. Gewiss, nichts ist dagegen zu sagen, die Autoabgase von Schadstoffen so weit wie möglich zu befreien. Daher sind Katalysator oder Rußfilter für alle Autos sinnvoll. Aber schon als diese städtischen „Umweltzonen“ eingeführt wurden, stand fest, dass sie als Mittel gegen den Feinstaub so gut wie wirkungslos und unnötig sind. Auch war der Begriff Feinstaub wie aus dem Nichts in der Öffentlichkeit aufgetaucht, obwohl es Feinstaub doch auch ohne Autos schon immer gegeben hat.

Wieder einmal: eine EU-Richtlinie aus Brüssel

Die Autos waren bereits damals an der Belastung der Luft mit „Feinstaub“ nur minimal beteiligt. Das jedenfalls besagte ein vom ADAC für Berlin veranlasstes Gutachten aus der Technischen Universität Cottbus. Aber wenn Fakten politisch nicht passen, setzen sich die politisch Führenden über sie hinweg. Wie so viel anderer Regelungswahn kam auch dieser mittels EU-Richtlinie aus Brüssel. Was Mitgliedstaaten wie Deutschland und seine Politiker im eigenen Staat direkt und demokratisch nicht durchsetzen können (oder mögen), lassen sie ihren Bürgern indirekt und demokratisch nicht hinreichend legitimiert über EU-Kommission und Ministerrat auf’s Auge drücken. Richtlinien nämlich müssen zwingend in nationale Gesetze umgegossen werden. Diese Richtlinie zur Luftqualität mit ihren Grenzwerten für die Feinstaubbelastung gilt in der EU schon seit 2005, entfaltete aber ihre Wirkungen erst allmählich. Demnach gelten 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft als Grenzwert. Er darf an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

Zum Plakettenkauf genötigt, obwohl nicht Pflicht

Um das alles schön überwachen zu können, teilten die Gesetzemacher die Autos in vier „Schadstoffgruppen“ ein und ließen dafür die Autos mit farblich unterschiedlichen Plaketten kennzeichnen. Fahrzeuge der Schadstoffgruppen 2, 3 oder 4 erhalten seitdem eine rote, gelbe oder grüne Plakette, für die Gruppe 1 ist keine Plakette vorgesehen. Wer in der „Umweltzone“ Autofahren will, muss an der Frontscheide die grüne Plakette haben. Anfangs, für eine Übergangszeit, durften (oder dürfen noch) auch gelbplakatierte Autos hinein. Für Autos, die mit Rot etikettiert sind, herrscht dort Fahrverbot. Wohl ist im Grundsatz niemand verpflichtet, an sein Auto so eine Plakette zu kleben, aber wenn er das nicht tut, fällt sein Auto in die „Schadstoffgruppe 1“ und darf die Umweltzone ebenfalls nicht befahren. Das läuft darauf hinaus, dass sich letztlich alle Autofahrer zum Plakettenerwerb genötigt sehen. Natürlich sind die Plaketten zu bezahlen. Natürlich ist eine große zusätzliche Bürokratie entstanden. Natürlich waren weitere Verkehrsschilder fällig. Natürlich werden Bußgelder kassiert, wenn jemand ohne oder mit falscher Plakette in der „Umweltzone“ erwischt wird.

Gegen den meisten Feinstaub sind Autoplaketten unwirksam

Aber macht diese Feinstaubplakatiererei wirklich Sinn? Nein. Was an Feinstaub einen ganz anderen Ursprung hat als Autoabgas, ist mit Plaketten nicht wegzukriegen – Blütenstaub zum Beispiel, der Heuschnupfenleid über uns bringt. Und was an Staub in nahen oder fernen Ländern entsteht, macht an der deutschen Hoheitsgrenze merkwürdigerweise nicht halt – zum Beispiel der bis Nordeuropa verwehte Staub aus der Sahara. Unlängst war zu lesen: „Obwohl die meisten deutschen Städte vor mehr als zwei Jahren Umweltzonen mit Fahrverboten für ältere Autos eingerichtet haben, ist die Feinstaubelastung in dieser Zeit gestiegen.“ (FAZ vom 11. Januar 2012). Die durchschnittlichen Feinstaubkonzentrationen aller deutschen Mess-Stellen seien auch 2011 wieder deutlich höher gewesen als die Werte der zurückliegenden vier Jahre. Das müsse allerdings nicht heißen, das Einrichten der Umweltzonen sei ein Misserfolg.

Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft …

Hinter dieser Meinung steckt offensichtlich die einer Studie des Berliner Senats, auf die sich die FAZ in diesem Zusammenhang stützt. Danach tragen Autoabgase nur knapp ein Fünftel (also unter 20 Prozent) zum Feinstaubgehalt der Berliner Luft bei. Und 50 Prozent Feinstaub würden gar nicht in der Stadt selbst verursacht, sondern kämen von weit her, aus Polen zum Beispiel oder von Waldbränden aus Russland. Auch hätten die Menschen wegen der zuletzt harten Winter mehr geheizt, was ebenfalls zu höherer Feinstaubbelastung der Berliner Luft beigetragen habe, denn das Heizen sei mit 8 Prozent am Feinstaub beteiligt. Nun wüsste man natürlich gern, wie die Ermittler ein Körnchen Feinstaub aus Autos in Berlin von einem polnischen Feinstaubkörnchen zu unterscheiden verstehen und wie ein russisches von einem polnischen und wie ein Körnchen Feinstaub mit Berliner Heizabgas-Ursprung von einem Körnchen Feinstaub mit Berliner Autoabgas-Ursprung.

Die Plaketten sind grün-politischer Firlefanz

Dies vor Augen und gelinde gesprochen: Die Schlussfolgerung, die Umweltzonen seien kein Misserfolg, ist doch sehr, sehr kühn. Und wenn das Autoabgas nur mit weniger als 20 Prozent am Feinstaub ursächlich beteiligt ist, dann ist schon darum nicht einzusehen, wegen dieses kleinen Anteils den Plakettenzauber zu veranstalten. Kurzum, die Feinstaubplaketten sollten wieder verschwinden. So schön reine Luft ist, so schlimm ist diese politisch verpestete. Die Plaketten sind grün-politischer Firlefanz und unnötig. Es genügen, soweit nötig und möglich, strengere Abgasvorschriften bei der Autoneuproduktion. Ältere Automodelle verschwinden mit der Zeit von selbst. Da war doch auch mal was mit einer Ozonplakette. Ein Riesenspektakel damals. Aber dahin und verweht. Zu Recht. Die Ozon-Hysterie von damals ist inzwischen die vom Feinstaub.


Ich hab die Infos an die Fraktionsvorsitzenden des Münchner Stadtrates gemailt .. mal sehen ob es als Endscheidungshilfe für die Erweiterung der Unsinnszone reicht....

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her #33755 von oldierolli
Hallo, die "Superjournalisten" von ZDF-HEUTE (19:00) haben heute berichtet, dass die EU (!) die ZONEN vorgeschrieben hätte. Das ist ja falsch, denn die Art und Weise der Staubreduktion bleibt jedem Land überlassen. Da in derselben Sendung auch noch eine weitere Ungereimtheit vorkam, habe ich die Redaktion angerufen gehabt. Ob das Berücksichtigung finden wird, na ja... Gruß. Rolf

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her #33756 von Ulrich
Wahrscheinlich nicht. Seit wann lassen sich Fernsehsender von Fakten beeindrucken, normalerweise stören die doch bestenfalls...?

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her #33757 von Ulrich
Nachtrag, um auch was zum Thema selbst beizutragen:

Viel tragischer, wie ich finde, sind die Konsequenzen, die aus den aktuellen Ergebnissen gezogen werden: bestenfalls keine, schlimmstenfalls werden neue und/oder größere UWZ eingerichtet.

Statt sich mal auf größere Feinstaubverursacher zu stürzen: Heizungen, in entsprechenden Städten auch den Schiffsverkehr,...

So nebenbei fände ich es interessant, wie die Feinstaubbelastung in ländlichen Gegenden aussieht, irgendwo in der Pampa fernab größerer Siedlungen - sagen wir: Lüneburger Heide oder in der Rhön oder so. Wäre bestimmt lustig, dort UWZ einzurichten :)

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her #33758 von Rene E
Ulrich schrieb:

Statt sich mal auf größere Feinstaubverursacher zu stürzen: Heizungen,

Ja und dann? Zigtausende Menschen ebenfalls "kalt enteignen" die ihre Holzöfen nicht mehr betreiben dürfen, die sie erst vor wenigen Jahren angeschafft haben, weil Holz günstig, die Hitze gemütlich und sogar "CO2 neutral" ist?
Weißt Du was ein guter Kachelofen kostet? Mehr als so manche Diesel der jetzt für kleines Geld an Ausländer ging, die über uns dumme Deutsche sich kaputtlachen.

So nebenbei fände ich es interessant, wie die Feinstaubbelastung in ländlichen Gegenden aussieht, irgendwo in der Pampa fernab größerer Siedlungen - sagen wir: Lüneburger Heide oder in der Rhön oder so. Wäre bestimmt lustig, dort UWZ einzurichten :)

Hatten wir schon vor Jahren durchdiskutiert: Norderney reißt regelmäßig die Feinstaubwerte, weil das feinstverstäubte Meersalz gemessen wird. Lustigerweise ist es genau deswegen ein Luftkurort

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her - 12 Jahre 3 Wochen her #33759 von Rene E

Ulrich schrieb:

Statt sich mal auf größere Feinstaubverursacher zu stürzen: Heizungen,

Ja und dann? Zigtausende Menschen ebenfalls "kalt enteignen" die ihre Holzöfen nicht mehr betreiben dürfen, die sie erst vor wenigen Jahren angeschafft haben, weil Holz günstig, die Hitze gemütlich und sogar "CO2 neutral" ist?
Weißt Du was ein guter Kachelofen kostet? Mehr als so manche Diesel der jetzt für kleines Geld an Ausländer ging, die sich über uns dumme Deutsche kaputtlachen.

So nebenbei fände ich es interessant, wie die Feinstaubbelastung in ländlichen Gegenden aussieht, irgendwo in der Pampa fernab größerer Siedlungen - sagen wir: Lüneburger Heide oder in der Rhön oder so. Wäre bestimmt lustig, dort UWZ einzurichten :)

Hatten wir schon vor Jahren durchdiskutiert: Norderney reißt regelmäßig die Feinstaubwerte, weil das feinstverstäubte Meersalz gemessen wird. Lustigerweise ist es genau deswegen ein Luftkurort

JAGT ENDLICH DIESE REGIERUNG ZUM TEUFEL!

Letzte Änderung: 12 Jahre 3 Wochen her von Rene E.

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her - 12 Jahre 3 Wochen her #33760 von Ulrich
Rene E schrieb:

Ja und dann? Zigtausende Menschen ebenfalls "kalt enteignen" die ihre Holzöfen nicht mehr betreiben dürfen, die sie erst vor wenigen Jahren angeschafft haben, weil Holz günstig, die Hitze gemütlich und sogar "CO2 neutral" ist?
Weißt Du was ein guter Kachelofen kostet? Mehr als so manche Diesel der jetzt für kleines Geld an Ausländer ging, die über uns dumme Deutsche sich kaputtlachen.


Ja, weiß ich. Ich habe einen (beste Wärme von Welt wo geben tut! (subjektiv, natürlich)). Ich würde das auch nicht wollen. Aber: wenn sie die Feinstaubbelastung senken wollen, sollte man sich vielleicht fragen, wo die größte Menge Feinstaub entsteht - ich habe zwar keine Daten, aber ich vermute mal, daß das nicht unbedingt der (automobile) Verkehr ist.

Hatten wir schon vor Jahren durchdiskutiert: Norderney reißt regelmäßig die Feinstaubwerte, weil das feinstverstäubte Meersalz gemessen wird. Lustigerweise ist es genau deswegen ein Luftkurort

Sowas in der Art habe ich mir fast schon gedacht :silly:

JAGT ENDLICH DIESE REGIERUNG ZUM TEUFEL!

Der arme Teufel, womit hat er das verdient?
Letzte Änderung: 12 Jahre 3 Wochen her von Ulrich.

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

  • BJ43
12 Jahre 3 Wochen her - 12 Jahre 3 Wochen her #33761 von BJ43
Rene E schrieb:
....
JAGT ENDLICH DIESE REGIERUNG ZUM TEUFEL![/quote]

Moin,
gibt es irgendwo einen Bastelbogen, "Wir basteln uns eine neue Regierung",
wahrscheinlich ist Herr Ackermann ohnehin an allem schuld. :laugh:
Gruß

P.S. Die Lufwerte in Berlin sind besser als vor 25/ 30 Jahren, als Herr Honecker noch Feinstaub verbreiten ließ !
Letzte Änderung: 12 Jahre 3 Wochen her von BJ43.

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Mehr
12 Jahre 3 Wochen her #33763 von Johnny Burnette
ist dieser Thread hier ein Beitrag zum Karneval?????:S

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.304 Sekunden