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THEMA: NOx Stickoxide - Fakten

NOx Stickoxide - Fakten 12 Jahre 2 Monate her #1000

  • Mario
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Ich bin dagegen, den ökologischen und technischen Fortschritt mit Häme zu begleiten. Uns eint das Interesse an der Entwicklung der Fahrzeugtechnik und am historischen Umfeld des Automobils. Die Geschichte endet nie und die Zukunft ist faszinierend. Wenn die Politik dabei oft eine wenig überzeugende Rolle spielt, liegt das fast immer an dem unübersichtlichen Interessengeflecht der demokratischen Gesellschaft, zu dem wir auch gehören. Zynismen, zu denen ich auch manchmal neige, verhindern Kompromisse und Interessenausgleich.

In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern des Forums ein friedliches Weihnachtsfest.

Gruß Histomat
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NOx Stickoxide - Fakten 12 Jahre 1 Monat her #1001

  • Ralf
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Hmmm, wenn Du mir mit Deinen Worten auch noch Häme unterstellen willst, bin ich allmählich ernstlich beleidigt.

Da ich aus der Forschung komme, weiss ich, Fortschritt von neu verpackten ollen Kamellen zu unterscheiden. Denn 90% von dem, was neu herauskommt, ist zwar neu, aber nicht unbedingt ein Fortschritt. Vielleicht ein fördernswerter Schritt auf dem Weg zum Fortschritt, nur zu oft leider auch nur aufgewärmter alter Kram.

Dein Vergleich von Oldtimern mit Zero-Emission-Vehicles (ich weiss, Du hast es nircht wirklich verglichen, nur nebeneinander in die Bütt geworfen, aber der Leser vegleicht dann halt) gelinde gesagt wenig hilfreich. Denn zum Gesamteindruck eines Oldtimers gehört halt auch, daß er nach Auto riecht. Und zur typischen Nutzung des Oldtimers gehört, daß man ihn zum eigenen Genuss bewegt - was Fahrten im Stadtverkehr automatisch auf das allerallernötigste begrenzt.
Und zum zweiten ist die Idee des ZEV an sich eine uralte Kamelle, die neu eingekleidet wurde:

Vor 40 Jahren hatte man in Deutschland die Idee der emissionsfreien Heizung. Manche Gemeinden erlaubten in Neubaugebieten nur noch emissionsfreie Heizungen. Und nach ein paar Jahren waren es so viele, daß man sich fragte, wo der ganze Strom für die vielen neuen Nachtspeicherheizungen herkomman sollte. 2 Alternativen gab es: Zusätzliche Kohlekraftwerke oder zusätzlcihe Atomkraftwerke. Beides war irgenwie nicht des Pudels Kern, leztztlich wurden Umweltbelastungen nur nach dem St.-Florians-Prinzip vor die Stadtgrenzen verschoben.

Den kalifornischen 4%-Feldversuch halte ich persönlich trotzdem für sinnvoll, weil er Forschungsaktivitäten anregt. Da kann man zur Not auch vorübergehend mit dem Gedanken leben, daß der Wasserstoff zum Antrieb der ZEV unter Bedingungen, die man besser nicht genauer hinterfragt, in Mexiko hergestellt wird. Eine Dauerlösung ist das jedenfalls nicht, aber sicherlich ein erster Schritt.
Wobei man nicht müde werden sollte, auf die Vorreiterrolle Kaliforniens bei der Abgastechnik hinzuweisen: Erste Vorschriften, die Abgasrückführungen und Pulssair-Systeme, später U-KAT-Systeme forderten, in den späten 60ern und frühen 70ern, kamen aus Kalifornien. Ende der 70er Jahre der geregelte 3-Wege-KAT (mit technischen Verfeinerungen immer noch das Beste was wir haben), Aktivkohlefilter, hermetisch geschlossene, gasdichte Tanksysteme und eine Gaspendelung beim Tanken (im Gegensatz zu dem System, das wir haben, sogar richtig funktionierend) bereits vor ca. 25 Jahren - in Kalifornien kein Problem.

Deswegen lobe ich mir auch ausdrücklich die Art und Weise, mit der der Gesetzgeber in den USA an die Sache herangeht: Der Blick ist in die Zukunft gewandt und regt zu Innovationen an, indem heute bereits ganz klar gesagt wird, was morgen gefordert ist.

Das hilft nur bei unserem Problem nicht weiter: Wir alle müssen zu einer belastbaren Würdigung des Einflusses von Oldtimern auf die Schadstoffbelastung (konkret: Feinstaub beim Diesel und Stickoxide beim Benziner) finden. Beim Feinstaub fehlt Befürwortern wie Gegnern von Fahrverboten die notwendige Meßtechnik, um den Feinstaub nach seiner gesundheitlichen Relevanz statt nach seinem Gewicht zu beurteilen. Keine der beiden Seiten weiß letztlich, wie die diversen Emissionen und Imissionen zu würdigen sind. Da fehlt übrigens auch ganz dringend technischer Fortschritt.

Bei den Stickoxiden sieht es zum Glück prinzipiell besser aus: Die kann man messen, ist halt nur teuer. Aber mal sehen, vielleicht können wir ja einen Sponsor finden. Mir fallen da auf Anhieb zwei passende Firmen ein, die ich mal gleich anschreiben werde ... im Stadtverkehr dürfte der Unterschied zwischen 60er-Jahre-Benziner und Euro3- oder Euro4-Diesel nicht so gigantisch sein, wie manch politisch Verantwortlicher glaubt.

Sodele, und nun auch von mir frohe und friedliche Weihnachten. Und ein frohes neues Jahr mit alten Autos...
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NOx Stickoxide - Fakten 12 Jahre 1 Monat her #1002

  • Ralf
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Nachtrag: Ich habe die alten Grenzwerte gefunden!

Umgerechnet in Gramm pro Kilometer für einen 1250 kg schweren Wagen entsprechen die alten Werte im ECE R15-Zyklus (Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, simuliert nur reinen Stadtverkehr):

1970: CO 8,3 g/km, HC 0,6 g/km
1974: CO 6,7 g/km, HC 0,5 g/km
1977: CO 6,7 g/km, HC 0,5 g/km, NOx: 0,75 g/km
Okt. 1979: CO: 5,5 g/km, HC 0,45 g/km, NOx: 0,62 g/km
Okt. 1984: CO: 4,25 g/km, (HC + NOx): 1,25 g/km (ja, wirklich, da hat der Gesetzgeber anscheinend vor den sparsamen hochverdichteten Superbenzinmotoren mit niedrigerem HC-Ausstoß aber dafür umso mehr NOx kapituliert ...)
Okt. 1988: CO: 1,9 g/km, (HC+NOx): 0,5 g/km (das war die Euro1 in ihrer ersten Fassung)

Jetzt kam ein neuer Fahrzyklus (der enthält auch Landstraße und Autobahn, ab hier sind die Werte nicht mehr direkt mit den vorangehenden vergleichbar):
Juli 1992: CO: 2,7 g/km, (HC+ NOx): 0,97 g/km (= Euro 1 E2)
1996: CO: 2,2 g/km, (HC + NOx): 0,5 g/km (= Euro2)
2005: CO: 1g/km, HC: 0,1 g/km, NOx: 0,08 g/km (= Euro 4)

Wie man zumindest erahnen kann: Es hat sich zwar im Laufe der Jahre einiges getan, viele Automodelle unterbieten die gesetzlichen Mindestanforderungen auch erheblich, offensichtlich ist jedoch ebenfalls, daß im Stadtverkehr der Schadstoffausstoß alter Benziner nicht astronomisch hoch sein sollte.

Bei Dieseln gab es übrigens bis 10/84 überhaupt keine Grenzwerte, bis einschließlich Euro1 waren sie dann identisch mit den Benzinern. Wenn man den unterschiedlichen Fahrzyklus ausser Acht lässt, liegt der zulässige NOx-Ausstoß eines Euro3-Diesels nahezu auf dem Niveau eines Benziners von 1979 ...

Quelle: "Cars and Environmental Regulations" von E v.d. Bulck, 2/2004
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NOx Stickoxide - Fakten 12 Jahre 1 Monat her #1003

  • Mario
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Mittwoch, 29. November 2006
http://www.n-tv.de/738678.html

Zitat: <i>"Die Viehzucht produziert weltweit mehr Treibhausgase als das Transportwesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen am Mittwoch veröffentlichte Studie. Demnach ist vor allem der Dünger für die Freisetzung der Klima schädigenden Gase verantwortlich.

Zusammen mit seiner energieaufwendigen Produktion sei dieser für 65 Prozent der vom Menschen verursachten Stickoxide verantwortlich. "Und diese tragen 296 Mal mehr zur Erderwärmung bei als Kohlendioxid", teilte die FAO mit. "</i>

Ich bin zwar der Meinung, daß es hier eigentlich nicht um Stickoxide (NOx) sondern um Methan gehen sollte, aber wer weiß es besser?
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NOx Stickoxide - Fakten 12 Jahre 1 Monat her #1004

  • Ralf
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Bei Herstellung und Ausbringen von Kunstdünger (vor allem, wenn es beim Ausbringen zu naß ist) werden in der Tat Stickoxide frei. Stickoxide (NOx) sind allerdings keine Treibhausgase. Was der Autor des von Dir zitierten Artikels vermutlich meinte ist Lachgas (N2O), das in der Tat auch bei Produktion und usbringen (zu nass) von Stickstoffdünger entstehen kann. Ein wesentlich "effizienteres" Treibhausgas (Kohlendioxid ist in gleichen Mengen geradezu ein Witz) ist Methan (vulgo: Kuhfurz) - das hat aber allenfalls indirekt (Nahrungskette) mit dem Kunstdünger-Lachgas zu tun.

P.S.: Ich würde so gerne die Indizes tiefstellen, aber ich weiss nicht wie. <sub> funktioniert nicht ...
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