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Das aktuelle Rundschreiben der Initiative (10/09)

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11 Jahre 1 Monat her #27111 von Mario
Erstes Rollendes Museum begeistert die Massen

Am vergangenen Samstag, dem 17.10. war es soweit: Das federführend von Oldtimer-TV organisierte und von der Initiative Kulturgut Mobilität sowie Kultur-Mobil-München unterstützte Rollende Museum anlässlich der Langen Nacht der Museen in München rollte an.

Von 19-24 Uhr chauffierten rund 50 Oldtimer aller Altersklassen unermüdlich Museumsbesucher zwischen dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe und dem Stammsitz des Deutschen Museums im Pendelverkehr hin- und her.

Eröffnet wurde das erste Rollende Museum von Susanne Kronzucker, Moderatorin der ZDF-Sendung „Mona Lisa“, die mit Ihrem Mann den fröhlichen Reigen anstieß, indem Sie das sichtliche Vergnügen hatte, um 19 Uhr das rote Band am Startpunkt zu durchschneiden um anschließend im Buick von 1931, pilotiert vom Eigner Lothar Lehr, die erste Fahrt des Abends zu genießen.

Rund 3000 kulturinteressierte Nachtschwärmer nahmen im Laufe der fünf Stunden das Angebot wahr, eine automobile Zeitreise im historischen Fahrzeug zu erleben. Rund acht Kilometer lang war eine Strecke, genug um sich ca. 15 Minuten lang den Fragen der Fahrgäste zu stellen. Die Resonanz der Chauffierten war unglaublich und übertraf jede Erwartung. Einem Fahrgast rief die Mitfahrt im Mercedes-Benz 280SE von 1969 Erinnerungen an das längst nicht mehr existente gleiche Fahrzeug seines Schwiegervaters wach, was ihn zu einem dutzendfach ausgesprochenen „Mei, is des a schees Auto“ hinriß.

Insgesamt war allen Fahrgästen die Begeisterung förmlich ins Gesicht geschrieben. Eine Gruppe wollte den Mercedes gar nicht erst verlassen und ließ sich eine komplette Runde chauffieren, bevor sie den lieb gemeinten Rat annahmen, doch einmal ein anderes Automobil auszusuchen, wenn man schon die Gelegenheit dazu habe.
Die Auswahl konnte sich wahrlich sehen lassen: Buick von 1930 und Nash 1931; Ponton-Cabriolet und –Limousine aus den Fünfzigern; sportliche Jensen, Austin-Healey und Ford Mustang; biedere Heckflossen sowie /8-und S-Klasse-Limousinen der Baureihe W108; Mercedes-Benz O319 Kleinbusse sowie eigens für das Rollende Museum angereiste VW-Busse der Erstserie (T1) aus dem Bestand des Volkswagen-Museums und Luxusmobile wie der „Große Mercedes“ des Typs 600 sowie eine 6,20m lange Version der 80er-Jahre S-Klasse W126 als Rechtslenker mit Sonderkarosse eines englischen Karosseriebauers waren unter anderem vertreten. Absoluter Hingucker war jedoch der 170V, Baujahr 1937, mit Sodomka-Karosserie, welcher zu recht den Preis als „Best of Show“ in der Vorkriegsklasse gewann. Weitere Preisträger sind der Triumph 1800 als „Best of Show Nachkrieg“, der Buick von 1931 als bestes Fahrzeug im Originalzustand, sowie eine Citroen DS als Publikumsliebling. Als ältestes Fahrzeug im Feld wurde Jürgen Ockens’ Nash aus dem Jahre 1930 geehrt. Den Preis für die weiteste Anreise konnte sich Peter Orgon im Lancia Beta Spider Zagato sichern, der eigens aus Österreich angefahren ist, um an dieser Aktion teilzunehmen. Den Preis für das seltenste Fahrzeug erhielt Arne Jensen mit seinem Jensen 541 Serie 1 und den Preis für den Pechvogel des Tages nahm Lisa von Rüden entgegen, deren MGB auf dem Weg zur Theresienhöhe sich von seinem Scheibenwischergestänge verabschiedete, was bei der regenreichen Anfahrt ungelegen kam. Der Abend jedoch blieb gottlob trocken, doch der MGB trotzdem in der Werkstatt stehen.

Um 0:30 Uhr fuhr der letzte Oldtimer, ein weißer Mercedes-Benz 280S der Baureihe W108, mit Museumsbesuchern an Bord das Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe an. Ein für alle Beteiligten wunderschöner Abend ging zu Ende. So manch einer kam erst zu dieser späten Stunde dazu, etwas zu trinken oder zu essen, wozu man während der gesamten Aktion aufgrund der vielen, teils euphorisch geführten, Gespräche nicht gekommen ist. Die Direktorin des Verkehrszentrums, Frau Sylvia Hladky, zeigte sich aufgrund der durch die Aktion sprunghaft angestiegenen Besucherzahlen am Abend überglücklich.

Doch bei aller Überschwenglichkeit darf man einen ernsthaften Nebeneffekt der ganzen Veranstaltung nicht vergessen: Wir hatten Gelegenheit, die breite Öffentlichkeit auf charmante Art und Weise auf uns und unsere Belange, Wünsche und Bedürfnisse aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Eine wahre Welle der Sympathie wogte mir entgegen, wann immer ich meine Passagiere auf die politische Arbeit innerhalb unseres Hobbys aufmerksam machte.

Abschließend möchte ich nicht nur Désirée Rohrer und Kay MacKenneth und dem gesamten Team von Oldtimer-TV für die professionelle Organisation danken, sondern auch Margit Römer und ihrem Team, welche vorzügliche Arbeit geleistet haben, damit Oldtimer und Fahrgäste immer zueinander fanden. Nicht zuletzt jedoch gebührt ein besonderer Dank den Oldtimerfahrern und -besitzern, die den ganzen Abend lang engagiert und mit Freude bei der Sache waren.

In jedem Falle wird es aufgrund des großen Zuspruchs in 2010 eine Wiederholung geben. Die Vorbereitungen hierzu werden in den nächsten Wochen aufgenommen.

Den Film sowie Bilder zur Veranstaltung können Sie unter www.oldtimer-tv.com einsehen.

Zu guter Letzt darf ich noch auf unser Infoportal www.kulturgut-mobilitaet.de hinweisen, welches um zahlreiche Inhalte seit dem letzten Rundschreiben ergänzt wurde. In unserer Literaturecke wurden die Bücher „Kunstwerke in Chrom“, „Das große Horex-Buch“ und „Puch-Motorräder 1900-1987“ rezensiert, im Bereich „Oldtimerrecht“ geht es um den Ärger in der Werkstatt und was der Oldtimereigner tun kann und in unserer Rubrik „Historische Mobilität“ haben wir das Thema „Schnelligkeit“ aufgegriffen. Berichte über Victor Hémery, dem ersten Mann, der die 200km/h-Marke knackte und dem ersten Raketenflug von vor 80 Jahren am 30.09.1929, durchgeführt von Fritz von Opel, legen Zeugnis darüber ab.

Ich würde mich freuen, Sie auf unseren Infoseiten begrüßen zu dürfen.

Mit besten Grüßen aus Württemberg,
Ihr
Mario De Rosa
stellvertretend für den Vorstand der Initiative
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