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ADAC vs. Deuvet - pro und contra

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12 Jahre 6 Monate her #19359 von stang66
Eins vorneweg: das soll kein neues OI-bashing werden, das kann OI selbst am besten.

Es geht mir um die Frage, wer die Interessen der Oldtimerszene besser vertreten kann: der ADAC oder der Deuvet. Oder beide zusammen?


Wahrscheinlich haben die meisten den Artikel bzgl. ADAC in der Oldtimer Markt 6/08 gelesen. Dort werden die meisten Argumente angeführt, die Frage ist nur welche Schlüsse man daraus zieht.

Argument Nr. 1:
Die Oldtimer stellen im ADAC eine vergleichsweise kleine Gruppe dar.

Der ADAC hat 16,1 Mio Mitglieder, davon ca. (nach ADAC-Angaben) 100.000 Oldtimerfahrer. Es wird ihm daher unterstellt, dass unvermeidlcihe Interessenkonflikte zum Nachteil der Oldtimerfahrer ausgehen könnten.
Der ADAC hat aber auch eine Motorsport-Sparte. Ich weiß nicht, wieviele aktive Motorsportler im ADAC sind (hat jemand Zahlen?), aber ich schätze deren Anzahl eher gering ein. Über das Engagement des ADAC im Motorsport ist mir nichts negatives bekannt.

Argument Nr. 2:
Der ADAC schmückt sich mit fremden Federn

Laut OM-Artikel so geschehen bei der Ausnahmeregelung für H-Kennzeichen in Umweltzonen. So weit cih weiss, kamen die Bestrebungen aus mehreren Richtungen (wir kennen die Protagonisten). WEr daran wieviel ANteil hat, wissen die Insider sicher besser, aber eine Frage sei gestattet: wieviel Anteil hat der Deuvet effektiv daran?


Argument Nr. 3:
Der ADAC hat kommerzielle Interessen

Sicher, der ADAC ist ein Wirtschaftsunternehmen. Als solches ist er naturgemäß auch daran interessiert, seine Kunden nicht zu verärgern.
Der Deuvet war bisher ein unabhängiger Verband, dem man eher abnimmt, frei von solchen Interessenkonflikten zu sein. Hängt er aber erstmal am 2/3-Tropf des OICD / Classic Data, ist es vorbei mit der Unabhängigkeit. Den AvD sehe ich in diesem Zusammenhang lediglich als einen kleinen ADAC in rot.

Argument Nr. 4:
Der ADAC ist professioneller aufgestellt als der Deuvet.
Das ist er zweifellos, daher wird er seine Interessen besser durchsetzen können als der Deuvet. Ob sich diese mit den Interessen der meisten Oldiefahrer decken, ist die große Unbekannte in dem ganzen Spiel.
Beim Deuvet ist es davon abhängig, wieviel der OICD mitzureden hat: wenn erstmal mehr als die Hälfte der Deuvet-Mitglieder über den OICD gekommen sind sehe ich die Gefahr, dass eher die Classic-Data-Interessen den Schwerpunkt der Deuvet-Arbeit darstellen.


Argument Nr. 5:
Der ADAC redet nicht mit der Oldtimerszene.

Scheint bisher leider zu stimmen. Ich hoffe, das ändert sich noch vor dem 1.10.
Einen Konfontationskurs gegen den ADAC halte ich jedoch für kontraproduktiv. Genau das scheint mir aber seitens OI angestrebt ("zeigt die Zähne"...Kampf David gegen Goliath" etc.).
Der Deuvet scheint bereits mit dem ADAC zu kommunizieren: der ADAC bietet verbilligte Fahrzeugpässe für ADAC-Mitglieder an, die aber über den Deuvet zu beziehen sind.
Der Deuvet dagegen hat nun ein Diskussionsforum zum Zwecke des Austauschs mit der Szene. Dort werden allerdings nur OI-konforme Meinungen geduldet. Ein offenr Austausch ist auch das nicht.


Argument Nr. 6:
Der ADAC versucht, seinen Einfluss in der Oldtimerszene über die Mitgliederzahlen zu mehren

Stimmt. Dazu ein Zitat aus dem OM-Artikel:

Genau diese rasante Entwicklung ist es, die das Dortmunder Bündnis so beunruhigt. Denn die gelben Engel versuchen derzeit mit großem Engagement, Oldtimerclubs auf ihre Seite zu ziehen. mit sogenannten Koperativverträgen sollen die Vereine ein Teil des ADAC werden, ohne dabei ihre eigene Identität einzubüßen. Der ADAC verspricht im Gegenzug kostenlose Interessenvertretung und sogar finanzielle Unterstützung für die Clubkasse. Letztere richtet sich allerdings ganz wesentlich nach dem Anteil der Clubmitglieder, die auch Mitglied im ADAC sind.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich der ADAC längst [...] zu einer Wirtschaftsmacht mit etlichen Tochterunternehmen entwickelt hat. Wie soll der ADAc zum Beispiel [...] objektiv die Interessen der Oldtimerfahrer vertreten, wenn er vertraglich an Shell und Agip gebunden ist?


Ich hab das Zitat mal etwas abgeändert und andere Protagonisten eingesetzt:

Genau diese rasante Entwicklung ist es, die viele unorganisierte Oldtimerfahrer so beunruhigt. Denn der OICD versucht derzeit mit großem Engagement, Oldtimerfahrer auf seine Seite zu ziehen. Mit kostenlosen Clubmitgliedschaften sollen die Oldtimerfahrer ein Teil des OICD werden, ohne dabei ihre eigene Identität einzubüßen. Der OICD verspricht im Gegenzug ein kostenloses Forum und sogar finanzielle Unterstützung für den DEUVET. Letztere richtet sich allerdings ganz wesentlich nach dem Anteil der Clubmitglieder, die Mitglied im OICD sind.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass Oldtimer Info / Classic Data ein Wirtschaftsunternehmen mit etlichen Tochterunternehmen und Kooperativvereinbarungen ist. Wie soll der Deuvet zum Beispiel [...] objektiv die Interessen der Oldtimerfahrer vertreten, wenn er finanziell an den OICD gebunden ist?

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12 Jahre 6 Monate her #19372 von Ralf
Hallo,

nur mal in Kurzform:

Ad 1: Der Vergleich mit dem Motorsport hinkt etwas, denn Motorsport findet nicht im öffentlichen Strassenverkehr statt. Interessenkonflikte wie ebim Thema Fahrverbote und Ausnahmen für Oldtimer gibt es im Motorsport nicht. Strassenverkehr und Motorsport sind getrennte Welten; Oldtimer sind integraler Bestandteil des Strassenverkehrs uns sollen das auch bleiben.

Ad 2: Solche Aussagen werden häufig nicht von den Verantwortlichen, sondern vom Marketing getroffen. Also wollen wir's den Akteuren auch nicht unter die Nase halten... ;)

Ad 3: Stimmt, aber 99,5% der ADAC-Kunden haben mit Oldtimern nichts am Hut. Also wird man wohl im Falle von Interessenkonflikten denen nicht vors Schienbein treten. Übrigens: Sollte der ADAC organisatorisch diesem Problem vorgebeugt haben, würde er sich einen großen Gefallen tun, dies öffentlich kund zu tun.

Ad 4: Stimmt, das hat aber auch einen kleinen Haken: Er ist nicht in der Basis verhaftet. Übrigens: Sollte der ADAC bereits an diesem Problem arbeiten, würde er sich einen großen Gefallen tun, dies öffentlich kund zu tun.

Ad 5: Die Sache mit den Fahrzeugpässen gab es bereits, bevor die FIVA angekündigt hat, dass der ADAC ab 1.10. ANF ist, lässt also keinerlei Rückschluss auf eventuelle Gespräche zu. So wünschenswert diese Gespräche aus IKM-Sicht sind, bisher finden sie nicht statt.

Ad 6: Ganz ehrlich: Wie die einzelnen Akteure finanziell gegenseituig zu Recht kommen, sollen die untereinander ausmachen. Du kannst ja mal schriftlich beim OICD anfragen. Aber Dein Argument 6 klingt für mich im Ansatz wie das Waschen schlutziger Wäsche, noch dazu anderer Leutes schmutziger Wäsche, das haben wir hier glaube ich nicht nötig.

Grüße
Ralf

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12 Jahre 6 Monate her #19392 von cutlass
stang66 schrieb:

Es geht mir um die Frage, wer die Interessen der Oldtimerszene besser vertreten kann: der ADAC oder der Deuvet. Oder beide zusammen?


warum nicht zusammen?
es geht darum, das die szene zusammenrückt, sagte emozzione mal.
ich glaube, auch im anderen forum wird man merken das ein zusammenrücken nicht gegeben ist,
so wie es derzeit läuft. ich hoffe, das sich die lage wieder beruhigt.

keiner weiss, was der adac vorhat, alle sind verunsichert.
leider sind die informationen auf der adac homepage hierzu sehr dürftig: adac-oldtimer-bereich
dabei würden sich durchaus möglichkeiten bieten:
sie könnten zb ein paar seiten in der motorwelt zeitung für oldtimer-themen reservieren.
dadurch könnte sich auch der blickwinkel der pseudo-öko-neuwagen fraktion ändern, die diese
nur als stinker sieht. (ja ich weiss, träumerei...)
aber wenn sie schon die oldtimer mit unter ihrem dach haben wollen, sollten sie schon besser
darauf eingehen.

anfang 2007 habe ich dem adac geschrieben, weil mir der artikel in der motorwelt zu
den feinstaub plaketten zu neutral war. folgende antwort habe ich erhalten:

Sehr geehrter Herr Kurzbach,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir bedauern sehr, dass Sie sich vom ADAC im Stich gelassen fühlen, denn:

Der ADAC lehnt Fahrverbote im Zusammenhang mit der Feinstaubproblematik grundsätzlich ab, da sie unangemessen sind und einen unverhältnismäßig starken Eingriff in die Mobilität bedeuten. Pkw tragen erwiesenermaßen nur zu einem geringen Teil zur Belastung bei. So steht zu befürchten, dass einem wesentlichen Anteil der Autofahrer durch die bevorstehende Umsetzung der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge eine erhebliche und oftmals völlig ungerechtfertigte Einschränkung ihrer persönlichen Mobilität droht.

Für sozial Schwache, die auf einen Pkw angewiesen sind, bedeuten die geplanten Fahrverbote eine nahezu existenzielle Bedrohung. Viele Arbeitsplätze können nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden, und viele Menschen verfügen in der derzeit angespannten wirtschaftlichen Lage nicht über die finanziellen Mittel, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Für diese und andere Betroffene wirken die geplanten Fahrverbote wie ein enteignungsgleicher Eingriff im Sinne des Art. 14 Grundgesetz. Auch deshalb halte ich bundeseinheitliche Ausnahmeregelungen für unbedingt erforderlich.

Der ADAC fordert eine grundlegende Nachbesserung der sogenannten Plakettenverordnung. In einem Brief an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sprach ich mich mit Nachdruck dagegen aus, dass die rund 4,6 Millionen Pkw mit geregeltem Katalysator nach US-Norm keine Plaketten erhalten sollen.

Ausnahmen wären darüber hinaus auch für historische Fahrzeuge sinnvoll und gerechtfertigt. Diese Fahrzeuggruppe mit sehr niedriger Fahrleistung hat einen vernachlässigbar geringen Anteil an der Feinstaubbelastung in Innenstädten.

Einen sehr deutlichen und akzentuierten Artikel des ADAC zu diesem Thema werden Sie im Februar-Heft der motorwelt lesen können.

Wir hoffen, mit diesen Zeilen etwas zur Klärung beigetragen zu haben. Für Ihr kritisches Interesse an unserer Arbeit und Zeitschrift möchten wir Ihnen herzlich danken.

Mit freundlichen Grüßen

Heidi Moik


während am anfang noch von grundsätzlicher ablehnung die rede ist, geht es am ende nur noch um ausnahmen,
das erscheint mir inkonsequent.

den grössten rückschritt, den wir bisher hinnehmen mussten, war die anhebung der
altersgrenze beim 07-kennzeichen. irgendwie hatte ich den eindruck, das das vom deuvet sogar begrüsst wurde.
auch die 80er jahre und zukünftige oldtimer sind ein teil der kultur.

gruß, peter

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12 Jahre 6 Monate her #19399 von moparcrazy
Hallo Thorsten,

ich finde die Handhabung das OI-Forums in den letzten Wochen sehr bescheiden. Aber unabhängig von den in diesem Zusammenhang hochkochenden Emotionen fühle ich mich durch IKM&DEUVET als Oldiefahrer besser vertreten, als duch den ADAC. Und wenn die Mitgliederzahl des DEUVET durch OICD gepushed wird: ok. Ich denke es muss nicht schlecht sein, zwei Gruppen (ADAC;DEUVET) zu haben, welche sich für unsere Belange als Oldtimerfahrer einsetzen.

Gruß

Carsten

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12 Jahre 6 Monate her #19410 von Herr W. aus M.
Es ist immer von ca. 100 tsd. Oldtimer Mitgliedern beim ADAC die Rede.

"Nebenher" dürften es noch einige 100 tsd. Youngtimer Fahrer beim ADAC sein.

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